Was ist die Heilige Schrift?
Die Perspektive des Thomas von Aquin
Innerhalb der Exegese ist in den letzten Jahrzehnten der Sinn für alternative Zugangs- und Interpretationsweisen gewachsen, welche die historisch-kritische Auslegung korrigieren, ergänzen und anreichern können. In der Schriftauslegung des mittelalterlichen Theologen Thomas von Aquin finden verschiedene Aspekte zu einer Einheit: einerseits liest Thomas die Bibel als ein Lehrbuch, das den Erfordernissen von Theologie als Wissenschaft genügen soll und kann in seinem Verfahren der Textkritik und -analyse durchaus als Vorläufer der modernen Exegese gelten. Andererseits ist bei ihm aber auch das Erbe der geistlichen Schriftauslegung der Patristik präsent, die Lehre von den verschiedenen Schriftsinnen, die die Bibel existentiell zugänglich macht.
Im Ganzen eröffnen seine Auslegungen einen vieldimensionalen Zugang zur Heiligen Schrift. Bemerkenswerterweise stützt sich Thomas dabei auf ein Verständnis der Bibel, das er aus ihren eigenen Aussagen entwickelt. Aus ihnen wird deutlich, warum die Bibel tatsächlich das „Buch der Bücher“ ist.
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