Themen

Seit 2015 finden die Philosophischen Erkundungen „Auf den Spuren des Thomas von Aquin in Köln“ statt. Die einzelnen Abende sind durch Rahmenthemen verbunden, die für etwa ein halbes Jahr den inhaltlichen Schwerpunkt der Veranstaltungen bilden.

Unter den Themen der einzelnen Veranstaltungen sind jeweils die Texte als PDF-Datei hinterlegt. Sie können gern weiterwendet werden - selbstverständlich unter Beachtung der entsprechenden Urheberrechte.

Simone Martini (1284-1344), Polyptychon der hl. Katharina von Alexandria (1320), Nationalmuseum San Matteo, Pisa - Ausschnitt: Thomas von Aquin
Simone Martini (1284-1344), Polyptychon der hl. Katharina von Alexandria (1320), Nationalmuseum San Matteo, Pisa - Ausschnitt: Thomas von Aquin

Rahmenthema VIII

Was wissen wir eigentlich von Thomas von Aquin?
Annäherungen an seine Person und sein Leben

 

Anders als andere Theologen scheint Thomas von Aquin fast völlig hinter seinem Werk zu verschwinden. „Tut man einen Schritt in das strenge Gefüge der Theologischen Summe des heiligen Thomas von Aquin, so möchte man sich hin und wieder fragen: sind diese Sätze wirklich von einem lebendigen Menschen geprägt worden, oder hat sich in ihnen nicht vielmehr der objektive Sachverhalt selber zu Wort gebracht, nicht berührt – weder getrübt noch erwärmt – durch den Atem eines hier und jetzt lebendig wirklichen Denkers?“, so hat Josef Pieper einmal treffend den Lektüreeindruck der thomanischen Schriften beschrieben. 

Die Themenreihe versucht dem Menschen Thomas von Aquin, seiner Persönlichkeit, auf die Spur zu kommen: anhand der sporadischen Selbstzeugnisse, die sich in seinen Schriften finden, anhand von Briefen, die Auskunft geben über seine persönlichen Beziehungen und Kontakte, anhand von Urkunden und Dokumenten aus dem Kontext des Dominikanerordens, dessen Ideal Thomas mit Leidenschaft vertreten hat, bis hin zu den frühsten Beschreibungen über ihn in den Akten des Heiligsprechungsprozesses wie in den ältesten Biographien.

1. Einführung: Wer war Thomas von Aquin? - Selbstzeugnisse (1) in seinen Schriften (4.7.2019)
2. Exkurs: Wahrheit – Das Lebensthema des Thomas von Aquin (5.9.2019)
3. Selbstzeugnisse (2) in Briefen und Widmungsschreiben (17.10.2019)
4. Selbstzeugnisse (3) in Gebeten und (4) Autographen (21.11.2019)
5. Thomas als Zeuge des Wortes – Der Kölner Autograph (16.12.2019)
6. Das älteste schriftliche Zeugnis des Thomas – Besuch der Kölner Diözesan- und Dombibliothek (17.1.2020)
7. Wege, Orte und frühe biographische Zeugnisse: Auf den Spuren des Thomas von Aquin in Italien (1): Fossanova, Neapel, Roccasecca, Monte San Giovanni (13.2.2020)
8. Wege, Orte und frühe biographische Zeugnisse: Auf den Spuren des Thomas von Aquin in Italien (2): Rom und Orvieto (7.5.2020)

1. Thomas, Summa contra gentiles I 1-2 (Text, lat.-dt.)
2. Thomas, Principium biblicum „Rigans montes“ (Text, lat.-dt.)
3. Thomas, Summa theologiae I prol. (Text, lat.-dt.)
4. Die Wahrheitslehre des Thomas von Aquin (Übersicht)
5. Thomas, Catena aurea, dedicationes (lat.-dt.)
6. Thomas, Compendium theologiae, prol. (lat.-dt.)
7. Wilhelm von Tocco, Geschichte des hl. Thomas von Aquin c. 29 (Text, lat.-dt.) 
8. Thomas, Super Ad Romanos XI 5: Das "Verbum abbreviatum"  (Text, lat.-dt.)
9. Papst Benedikt XVI., Predigt über das Verbum abbreviatum in der Weihnachtsmesse am 24.12.2006 (Text, dt.)
10. Beschreibung des Corpus Dionysiacum (Köln, Dombibliothek, Codex 30)
11. Wilhelm von Tocco, Geschichte des hl. Thomas von Aquin, c. 57 (Text, lat.-dt.)
12. Buch von der Untersuchung zu Leben, Umgang und Wundern des Bruders Thomas von Aquin, Nr. 79: Bartholomäus von Capua (Text, lat.-dt.)
13. Gerhard von Frachet, Leben der Brüder des Predigerordens IV 17 (Text, lat.-dt.)
14. Thomas von Cantimpré, Der Bienenstaat I 20 (Text, lat.-dt.)
15. Thomas von Aquin, Contra doctrinam retrahentium a religione 9 (Text, lat.-dt.)
16. Buch von der Untersuchung zu Leben, Umgang und Wundern des Bruders Thomas von Aquin, Nr. 61: Wilhelm von Tocco (Text, lat.-dt.)
17. Josef Pieper, Thomas von Aquin als Lehrer (Text, dt.)
18. Wilhelm von Tocco, Geschichte des hl. Thomas von Aquin, c. 52 und 34 (Text, lat.-dt.)
19. Ptolemäus von Lucca, Jüngere Kirchengeschichte XXII 20-25.39; XXIII 8-11.15-16 (Text, lat.-dt.)
20. Wilhelm von Tocco, Geschichte des hl. Thomas von Aquin, Vorwort (Text, lat.-dt.)
21. Wilhelm von Tocco, Geschichte des hl. Thomas von Aquin, Inhaltsverzeichnis (Text, lat.-dt.)
22. Wilhelm von Tocco, Geschichte des hl. Thomas von Aquin c. 24 (Text, lat.-dt.)
23. Wilhelm von Tocco, Geschichte des hl. Thomas von Aquin c. 38 (Text, lat.-dt.)


 

Taddeo di Bartolo (1362-1422), S. Tommaso d'Aquino presenta la sua liturgia del corpus christi a Urbano IV, Gemälde (1403), Philadelphia Museum of Arts – Ausschnitt
Taddeo di Bartolo (1362-1422), S. Tommaso d'Aquino presenta la sua liturgia del corpus christi a Urbano IV, Gemälde (1403), Philadelphia Museum of Arts – Ausschnitt

Rahmenthema VII

Das Vermächtnis des Thomas von Aquin:
Dichtung und Theologie der Eucharistie


In der Kölner Dominikanerkirche hat Thomas vermutlich 1252 die Priesterweihe empfangen. Die besondere Verehrung der Eucharistie prägte sein Leben. Sie fand ihren besonderen Ausdruck in den Hymnen und der Sequenz, die er auf Bitten von Papst Urban IV. zum neu eingeführten Fronleichnamsfest verfaßt hat, sowie im Traktat De Eucharistia seines Hauptwerks, der Summa theologiae (III 73-83).

Theologie und Verehrung der Eucharistie können mehr als alles andere als das eigentliche Vermächtnis des Thomas für den Glauben der Kirche gelten.

1. Einführung: Die Eucharistie – Thema mittelalterlicher Theologie (20.9.2018)
2. Der Hymnus „Pange lingua“ I: Aufbau und Struktur, biblische Bezüge (11.10.2018)
3. Der Hymnus „Pange lingua“ II: „Sakrament“: Definition und Ordnung (15.11.2018)
4. Dimensionen des Sakraments - Der Hymnus „Sacris sollemniis“ I: Alter und Neuer Bund (13.12.2018)
5. Der Hymnus „Sacris sollemnis“ II: Die drei Zeiten des Kultes und die eschatologische Dimension der Eucharistietheologie des Thomas – Summa theologiae I 73 (in Auswahl) (17.1.2019)
6. Der Hymnus „Verbum supernum prodiens“ I: Die Eucharistie als trinitarische Gabe - Die Bedeutung der Eucharistie für den Menschen (21.2.2019)
7. Der Hymnus „Verbum supernum“ II: Die Judas-Kommunion – der unwürdige Empfang - Die Wirkungen der Eucharistie: leibliche – geistliche Kommunion (21.3.2019)
8. Die Sequenz „Lauda Sion“ I: Die „Summe“ der eucharistische Poesie des Thomas von  Aquin: Aufbau und biblische Grundlagen (11.4.2019)
9. Die Sequenz „Lauda Sion“ II: Die Lehre von der Transsubstantiation – poetisch (16.5.2019)
10. Die Sequenz „Lauda Sion“ III: Die Lehre von der Transsubstantiation - theologisch -  Konsubstantiationstheorie und Annihilationstheorie - Die Lehre von der „Konkomitanz“: der ganze Christus (13.6.2019)

1. Wilhelm von Tocco, Geschichte des hl. Thomas von Aquin c. 29 und 52 (Text, lat.-dt.)
2. Papst Urban IV., Bulle „Transiturus de mundo“ (Text, lat.-dt.) 
3. Thomas, Hymnus „Pange lingua“ (Text, lat.-dt.)
4. Der Hymnus „Pange lingua“ – Biblische Bezüge (Text, dt.)
5. Thomas, Summa theologiae IIIa Pars (Übersicht, dt.)
6. Thomas, Summa theologiae IIIa Pars – „Personchristologie“ (Übersicht, dt.)
7. Thomas, Summa theologiae IIIa Pars – Die Mysterien des Lebens Jesu (Übersicht, dt.)
8. Johannes Paul II., Ansprache an Wissenschaftler und Studenten am 700. Todestag des Hl. Albertus Magnus am 15.11.1980 im Kölner Dom (Text, dt.)
9. Thomas, Summa theologiae III prol.; 60 prol.; 62,2 c.; 65,1: Definition und Ordnung der Sakramente (Text, lat.-dt.)
10. Johann Wolfgang Goethe, Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit VII: Über die Sakramente (Text, dt.)
11. Thomas, Die Ordnung der Sakramente nach Summa theologiae III 65,1 c. (Übersicht, dt.)
12. Romano Guardini, Von Goethe und Thomas von Aquin, und vom klassischen Geist (Text, dt.)
13. Dimensionen der Sakramente (Übersicht, dt.)
14. Thomas, Hymnus „Sacris sollemniis“ (Text, lat.-dt.)
15. Thomas, Summa theologiae I-II 101,2 c. und 103,3 c.: Die Kultvorschriften des Alten und Neuen Testaments und ihre sinnbildliche Bedeutung (Text, lat.-dt.)
16. Der Aufbau des Eucharistietraktats der Summa theologiae (Übersicht, dt.)
17. Thomas, Summa theologiae I 73: Das Herrenmahl als Sakrament (Text, lat.-dt.)
18. Thomas, Hymnus „Verbum supernum prodiens“ (Text, lat.-dt.)
19. Thomas, Summa theologiae III 81,2: Die Judas-Kommunion (Text, lat.-dt.)
20. Thomas, Summa theologiae I 80: Über den Empfang des Herrenmahls (Text, lat.-dt.)
21. Venantius Fortunaus, Hymnus „Pange lingua“ – Thomas, Hymnus „Pange lingua“ (lat.)
22. N.N. (saec. VI-VII), Hymnus „Verbum supernum prodiens“ – Thomas, „Verbum supernum prodiens“ (lat.)
23. Gesamtüberblick über den Eucharistietraktat der Summa theologiae (Übersicht)
24. Thomas, Sequenz „Lauda Sion“ (lat.-dt.)
25. Adam von St. Viktor, Sequenz „Lauda crucis attolamus” – Thomas, Sequenz „Lauda Sion“
26. Thomas von Aquin, Summa theologiae III 75-77: Die Lehren von der Transsubstantiation und der Konkomitanz


Carlo Crivelli (c. 1435-ca. 1495), Der hl. Thomas von Aquin, Gemälde vom Demidoff-Altar (1476), National Gallery, London
Carlo Crivelli (c. 1435-ca. 1495), Der hl. Thomas von Aquin, Gemälde vom Demidoff-Altar (1476), National Gallery, London

Rahmenthema VI

Eine besondere Einführung in Glauben und Denken des Thomas von Aquin:
Die Auslegungen zum Apostolischen Glaubensbekenntnis


Person und Werk des Thomas von Aquin (1224/5-1274) erschließen sich vor allem von seinem Selbstverständnis als Predigerbruder her. Es sind daher seine Predigten, die einen besonderen Zugang zu ihm und seinem Denken eröffnen. Einen hervorragenden Rang nimmt hierbei die Predigtreihe zum Apostolischen Glaubensbekenntnis ein, die Thomas vermutlich in der Fastenzeit 1273 in Neapel gehalten hat.

Als persönliches Zeugnis seines Glaubens, den er in einfacher und verständlicher Sprache darlegt, geben die Collationes in Symbolum Apostolorum einen einzigartigen Einblick in seine Theologie und Spiritualität. Kaum ein Werk des Thomas von Aquin scheint geeigneter für eine erste Bekanntschaft mit ihm.

1. Einführung: Die Predigten im Werk des Thomas von Aquin (19.10.2017)
2. Vorwort und Art. 1: „Ich glaube an Gott …“ – Gotteslehre (16.11.2017)
3. Art. 2: „Und an Jesus Christus …“ – Christologie (14.12.2017)
4. Art. 3: „Empfangen durch den Heiligen Geist …“ – Menschwerdung Christi (18.1.2018)
5. Art. 4: „Gelitten unter Pontius Pilatus …“ – Leiden und Sterben Christi (15.3.2018)
6. Art. 5: „Hinabgestiegen in das Reich des Todes …“ – Höllenfahrt und Auferstehung Christi (26.4.2018)
7. Art. 6-7: „Aufgefahren in den Himmel …“ – Himmelfahrt und Wiederkunft (17.5.2018)
8. Art. 8-9: „Ich glaube an den Heiligen Geist …“ – Heiliger Geist und Kirche (14.6.2018)
9. Art. 11-12: „Auferstehung des Fleisches ….“ Eschatologie und Abschluß (12.7.2018)


 

Sandra Botticelli (1445-1510), Der hl. Thomas von Aquin (ca. 1481/2), Riggisberg, Abegg Foundation
Sandra Botticelli (1445-1510), Der hl. Thomas von Aquin (ca. 1481/2), Riggisberg, Abegg Foundation

Rahmenthema V

Menschsein heißt Gewissen haben:
Die Gewissenslehre der Quaestiones disputatae de veritate 16-17

 

Das Gewissen gehört zu jenen Begriffen, die ihre wesentliche Bestimmung und Ausformung durch die Philosophie des Mittelalters erfahren haben. Und unter den mittelalterlichen Lehren vom Gewissen nimmt diejenige des Thomas von Aquin eine herausragende Stellung ein. In den Diskussionen um Rolle, Bedeutung und Inhalt des Gewissens, die in den vergangenen Jahrzehnten geführt worden sind, war Thomas bis in die Gegenwart hinein immer wieder der entscheidende Referenzautor – vor allem deswegen, weil er die unbedingte Bindung des Menschen an sein Gewissensurteil gelehrt hat.

Die ausführlichste Darlegung der Gewissenslehre des Thomas findet sich in den Quaestiones disputatae de veritate 16 und 17. Ihre Themen sind die Unterscheidung zwischen Urgewissen (synderesis) und Gewissensakt (conscientia), deren inhaltliche Bestimmung, die Lehre vom Naturgesetz, die Bindekraft des Gewissens sowie die Lehre vom irrenden Gewissen.

1. Zur Geschichte des Gewissensbegriffs – Grundbegriffe (16.3.2017)
2. Die synderesis: Prinzip und Fundament der thomanischen Gewissenslehre (20.4.2017)
3. Die conscientia I: Ihre verschiedenen Tätigkeiten (18.5.2017)
4. Die conscientia II: Ihre Irrtumsfähigkeit und Bindekraft (8.6.2017)
5. Die conscientia III: Das irrende Gewissen (13.7.2017)
6. Rückblick: Dimensionen der Gewissensthematik bei Thomas (21.9.2017)


 

Fra Angelico (1386/1400-1455), Altarretabel des hl. Petrus des Märtyrers, Museum des Klosters San Marco (ca. 1425), Florenz - Ausschnitt: Thomas von Aquin
Fra Angelico (1386/1400-1455), Altarretabel des hl. Petrus des Märtyrers, Museum des Klosters San Marco (ca. 1425), Florenz - Ausschnitt: Thomas von Aquin

Rahmenthema IV

„Im Anfang war das Wort …“:
An den Ursprüngen des Selbstverständnisses des Thomas als Predigerbruder und Theologe

 

Köln war der Ort, wo Thomas um das Jahr 1250 mit der Abfassung seiner ersten theologischen Werke begonnen hat. Hier entstanden mit den Auslegungen zu den Propheten Jesaja und Jeremia und dessen Klageliedern die frühsten seiner Bibelkommentare, die sich wie ein roter Faden durch das Gesamtwerk ziehen. - Die Kommentare zur Heiligen Schrift bilden die Grundlage für die Ausformung der Theologie als Wissenschaft, die sich im 13. Jahrhundert vollzog und an der Thomas maßgeblich beteiligt war.

Von fundamentaler Bedeutung war dabei das Verständnis des Wortes Gottes, wie es insbesondere im Prolog des Johannes-Evangeliums niedergelegt ist. Der Kommentar des Thomas zum Johannes-Prolog, der als „ein wahres Meisterstück seiner Art in der mittelalterlichen Literatur“ bezeichnet worden ist, ja:  als „die groß­artigste Formulierung der Logos-Lehre, die sich in der abendländischen Theologie überhaupt findet“ (Josef Pieper), nimmt daher im Werk des Thomas eine zentrale Stellung ein. 

1. Die Heilige Schrift und das Eine Wort Gottes – Prinzipien der Schriftauslegung bei Thomas von Aquin (15.9.2016)
2. Das Ewige Wort I – Das menschliche Wort: Super Ioannem I 1 (20.10.2016)
3. Das Ewige Wort II – Das göttliche Wort: Super Ioannem I 1 (10.11.2016)
4. Wort und Schöpfung: Super Ioannem I 5 (15.12.2016)
5. Wort und Fleischwerdung: Super Ioannem I 7 (26.1.2017)
6. Wort und Gotteserkenntnis: Super Ioannem I 11 (9.2.2017)


 

Andrea Bonaiuto/di Firenze (+1379), Triumph des hl. Thomas von Aquin, Fresko in der Spanischen Kapelle (1366), Santa Maria Novella, Florenz. – Ausschnitt: Thomas von Aquin und die Tugenden
Andrea Bonaiuto/di Firenze (+1379), Triumph des hl. Thomas von Aquin, Fresko in der Spanischen Kapelle (1366), Santa Maria Novella, Florenz. – Ausschnitt: Thomas von Aquin und die Tugenden

Rahmenthema III

Das „Kölner Erbe“:
Die Nikomachische Ethik des Aristoteles und ihre Rezeption durch Thomas von Aquin 

 

Die Bekanntschaft mit der Nikomachischen Ethik des Aristoteles war einer der prägenden Eindrücke, die Thomas während seiner Studienzeit bei Albertus Magnus in Köln empfing. Grundlegend für die Ethik des Aristoteles ist die Frage nach dem Glück bzw. dem gelingenden Leben. Den Weg zu seiner Verwirklichung findet er in den Tugenden.

Thomas nimmt diesen Grundansatz auf und ergänzt und erweitert ihn um entscheidende Elemente der christlichen Botschaft: Worin liegt für den Menschen seine höchste und endgültige Erfüllung? Was heißt es für ihn, glücklich sein? Welche Faktoren spielen eine Rolle auf dem Weg, das Glück zu erlangen? Was bewirkt die Übung in den Tugenden? Und welche Tugenden sind von unabdingbarer Relevanz? Welche Rolle schließlich spielen bei der persönlichen Charakterbildung Gnade, Gewissen oder das Recht der Natur?  

1. Die Nikomachische Ethik und ihre Rezeption durch Thomas (21.1.2016)
2. Die Frage nach dem Glück des Menschen I (10.3.2016)
3. Die Frage nach dem Glück des Menschen II (14.4.2016)
4. Die natürlichen Tugenden (19.5.2016)
5. Die übernatürlichen Tugenden (16.6.2016)


 

Benozzo Gozzoli (1420-1497), Triumph des Hl. Thomas von Aquin über Averroes/ San Tommaso d'Aquino, fra Platone ed Aristotele, trionfa su Averroè (1468-1484), Altartafel, Louvre, Paris – Ausschnitt: Thomas von Aquin und Aristoteles
Benozzo Gozzoli (1420-1497), Triumph des Hl. Thomas von Aquin über Averroes/ San Tommaso d'Aquino, fra Platone ed Aristotele, trionfa su Averroè (1468-1484), Altartafel, Louvre, Paris – Ausschnitt: Thomas von Aquin und Aristoteles

Rahmenthema II

Im Mittelpunkt - der Mensch:
Die Aristoteles-Rezeption des Thomas

 

Bereits der Aufbau seines Hauptwerkes, der Summa theologiae, belegt, daß es zwei zentrale Brennpunkte sind, um die das Denken des Thomas inhaltlich kreist: um Gott und den Menschen. Die wesentlichen Elemente seiner Anthropologie entnimmt er dem Denken des Aristoteles und verbindet sie mit dem christlichen Glauben: Als leib-seelisches Wesen, das Erkenntnis und freien Willen besitzt, ist der Mensch für Thomas zugleich Bild Gottes.

Seine Analysen, auf welche Weise der Mensch das Wahre erkennt und das Gute erstrebt, führen daher stets zu Gott als erster Wahrheit und höchstem Gut.

1. Der Mensch und sein Erkennen – die Wahrheit: I. Die Lehre vom menschlichen Intellekt (Aristoteles) (20.8.2015)
2. Der Mensch und sein Erkennen – die Wahrheit: II. Die Wahrheit (17.9.2015)
3. Der Mensch und sein Wollen – das Gute: I. Glückseligkeit und Tugenden (Aristoteles) (15.10.2015)
4. Der Mensch und sein Wollen – das Gute: II. Menschliches Richtigsein in den sieben Haupttugenden (19.11.2015)


 

Fra Angelico (1386/1400-1455), Die Kreuzigung, Fresko im Kapitelsaal des Klosters San Marco (ca. 1441/2), Florenz. - Ausschnitt: Thomas von Aquin
Fra Angelico (1386/1400-1455), Die Kreuzigung, Fresko im Kapitelsaal des Klosters San Marco (ca. 1441/2), Florenz. - Ausschnitt: Thomas von Aquin

Rahmenthema I

Thomas von Aquin:
Sein Leben, sein Werk und dessen Ursprünge 

 

Leben und Werk des Thomas von Aquin werden vor allem aus zwei Quellen verständlich: aus dem radikalen Rückgang auf die biblischen Ursprünge des christlichen Glaubens, wie er durch die kirchlichen Bettelorden und insbesondere durch das Lebensideal der Dominikaner repräsentiert wurde, und durch die Aneignung des Denkens des griechischen Philosophen Aristoteles, dessen Schriften für die Theologie des Hochmittelalters gleichermaßen eine Faszination wie eine Herausforderung darstellten.

Von beiden Grundimpulsen her gewinnen die Biographie des Thomas und sein Schaffen ihre eigentümliche Richtung und Dynamik.